Inszenierung
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Der dritte Freitag im Februar ist Premierenabend in der RWS-Theaterwerkstatt. Hier zeigten wir bisher im Rahmen der Augsburger Literaturtage, die immer einem anderen, hochklassigen Autor gewidmet waren, unsere erste Produktion des jeweiligen Schuljahres. Für unsere Stücke wurden denn auch die Schriften der einzelnen Autoren herangezogen, die neu interpretiert, arrangiert und inszeniert wurden. So greifen wir auf Klassiker - Brecht, Kafka, Schiller, Zweig, Frisch etc. - zurück, um sie auch für Jugendliche verständlich und interessant zu machen.
Die zweite Produktion im Jahr kommt dann Ende des Schuljahres, im Juli auf die Bühne. Während das Ensemble für die Aufführung im Februar probt, wird das neue Stück in der Thematik und Durchführbarkeit diskutiert und geschrieben. Nachdem das erste Stück abgespielt ist, fangen die Proben für das neue an. Nicht immer ist der Text schon ganz fertig, sondern muss Szene für Szene nachgereicht werden. Aber bis jetzt haben wir es immer geschafft.

Hier unsere Inszenierungen im Überblick:

(klicken Sie auf einen Titel und Sie können etwas über den Inhalt erfahren, Bilder ansehen und die Pressekritik lesen)

SJ 1996/1997

“Das Haus gegenüber”

SJ 1997/1998

“Alles was Brecht ist!”
oder
“Was nicht alles in den Schulbüchern steht!”

“Romeo und Julia”
nicht ganz nach Shakespeare

SJ 1998/1999

“Franz Kafka”
eine szenische Collage

SJ 1999/2000

“Abgesang”
oder
“Der deutsche Schlager ist tot - Es lebe der deutsche Schlager”

SJ 2000/2001

“Stefan - Pascha”
oder
“Stefan Zweig und die Frauen”

“Liebe und Anderes”

SJ 2001/2002

“Wo ist Andorra?”

“Bildung im 21. Jahrhundert”
oder
“PISA und andere Unglücksfälle”

SJ 2002/2003

“Die Gebrüder Moor”

“Die große Nase”

SJ 2003/2004

“Der gute Mensch”

“Der verhexte Ort”

SJ 2004/2005

“Was man hat, hat man!”

“Pentagramm” oder “Colloquium in Utero”

Romeo und Julia - nicht ganz nach Shakespeare

Das schrieb die Augsburger Allgemeine am Donnerstag, 14. Mai 1998

Romeo und Julia in neuem Kleid
Theater der Reischleschen

(jufi). Eine kreative Bearbeitung von Shakespeares “Romeo und Julia” ist in der Reischleschen Wirtschaftsschule zu sehen. Die Theaterwerkstatt der Schule hat dem Schauspiel neue Akzente gegeben. Losgelöst aus der großen Dichtung werden Szenen der zwei Liebenden in Beziehung zu einem Familiendrama heutiger Zeit gesetzt.
Beide Erzählebenen verbinden die ganz großen Gefühle - aktuell wie ehedem und doch ganz anders. Um Liebe geht es, die Begrenztheit des Selbst im sozialen Kontext, die Grenzen der Liebe, Selbstmord, Verzweiflung und hoffnungsspendende Auswege. Während sich in bildschönen Traumszenen Romeo und Julia (Ben Wagner und Sandra Held faszinierend natürlich und voller jugendlicher Leidenschaft) vergeblich nach der Erfüllung ihrer Liebe sehnen, hadert die behinderte Steffi mit ihrer Beziehung zur herrischen Mutter und zu ihrer lebensmüden Schwester.
Kolossal viel wurde verarbeitet, was die jungen Leute dieses Alters bewegt. Die Auseinandersetzung mit sich selbst, den Eltern, der Zukunft. Hoffnung darf bleiben.

Balkon 2 Nacht
Balkon 1 Gruft 1 Gruft 2
Steffi 3
Maske
Gruft 3

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Abgesang oder Der deutsche Schlager ist tot - Es lebe der deutsche Schlager

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Wo die Schlagersternchen im Kochtopf landen
Theaterprojekt an der Reischleschen Wirtschaftsschule

(jufi). Immer noch angesagt ist die Schlagerszene, oder vielmehr deren Verballhornung. Genauso im Trend wie “Wadde hadde dude da” lag da natürlich die Eigenproduktion der Theatergruppe der Reischleschen Wirtschaftsschule mit dem Titel “Abgesang” - “Der deutsche Schlager ist tot - Es lebe der deutsche Schlager”. Frech und witzig spielte die Gruppe das Hohe Lied auf den Kulturträger Nummer Eins.
Eine wahre Heino-Horror-Sing-Sang-Show brachte die spielfreudige Gruppe jetzt auf die Bühne in der Schule am Alten Postweg. Proppevoll waren die Ränge zur Nabelschau von drei unbegabten Schlagersternchen. Während der Tournee notgelandet am Strand einer einsamen Insel, prallen die Träger der deutschen Kultur auf einen merkwürdigen Stamm kannibalisch veranlagter Musikfreunde. Trotz “ein bisschen Spaß muss sein” ist es dabei um “ein bisschen Frieden” bald geschehen und im Kochtopf müssen die Schlagermäuschen um ihr Überleben fürchten.
Die lustvoll ausgespielte Klamotte rund um das Glitzermilieu eines grottenschlechten Showbusiness hatte bei allem kunterbunten Klamauk mehr zu bieten als Albernheiten. Denn zwangsläufig stellt sich die Frage, was der deutsche Schlager tatsächlich repräsentiert. Die Antwort kann nur peinlich sein.

Anmerkung: “Wadde hadde dude da” schaffte es 2000 in die Endausscheidung des Grand Prix d’Eurovision.

abgesang 1
abgesang 4
abgesang 2
abgesang 3

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“Stefan - Pascha” oder “Stefan Zweig und die Frauen”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Zweig zwischen Frauen
RWS präsentert Einblicke ins Seelenleben des Autors

(jufi). Stefan Zweig und die Frauen - das ist ein Kapitel für sich! Aufgeschlagen hat es die Theatergruppe der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS). Sie beteiligte sich am Literaturprojekt der Stadt mit einer Eigenproduktion unter dem vielsagenden Titel “Stefan - Pascha”. Als Autor, Regisseur und zuletzt sogar als Hauptdarsteller zeichnete in besonderer Weise Lehrer Werner Kruse verantwortlich für die Einblicke in Zweigs Seelenleben und den Erfolg des Stückes.
Beleuchtet wurde in neun Bildern blitzlichthaft Zweigs besondere Beziehung zu drei Frauen: Da ist zunächst Frederike, Zweigs erste Ehefrau (Odette Gebhardt), die selbstbewusst und klug 25 Jahre an der Seite Zweigs verbrachte, ihm immer wieder aus depressiven Lagen heraushalf und großmütig die Flirts und Affären des Literaten tolerierte. Schließlich aber erweist sie sich als zu stark für ihn.
Zweig zieht es zu den anschmiegsamen Frauen. Doch auch Marcelle (Nicole Faulhaber), seine Geliebte in Paris, gibt nur ein kurzes Gastspiel in Zweigs Leben. Die Sehnsucht Marcelles nach einem Kind kann er nicht teilen. Die letzte große Frauenrolle im Leben Stefan Zweigs spielte Lotte (Christina Späth), Zweigs zweite Ehefrau, die trotz hingebungsvoller Liebe seinen seelischen Zusammenbruch nicht aufhalten kann und mit ihm 1942 in Brasilien in den Freitod geht.
Hauptdarsteller Sebastian Wagner musste sich nach einem Unfall von Spielleiter Werner Kruse in der Rolle des Stefan Zweigs vertreten lassen. Das Ensemble meisterte diese Situation jedoch mit Bravour. Die jungen Darsteller überzeugten mit souveränem und pointiertem Spiel. Unterstützt wurde der dichte Eindruck des Stückes auch durch die Klaviermusik von Stefan Schnepp, der moderne Pop-Songs geschickt in das Geschehen einfließen ließ.
Schattenspiel, trickreiches Licht und Tontechnik taten ein Übriges, um die Zerissenheit Zweigs nicht nur angesichts der Verlockungen des Weibes gelungen in Szene zu setzen. Zweigs bittere Erkenntnis angesichts der zwei Weltkriege, die bittere Demütigung im Exil und seine verzweifelt pazifistische Vision eines vereinten Europas traten sehr nah ans Publikum.
Eine tief gehende, emotionsreiche Lehrstunde in Sachen Zweig mit geschickt eingefügten Zitaten von Zweig selber, Goethe und Rilke brachte die Gruppe in unterhaltsame Weise auf die Bühne.

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Schatten 2 a

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“Wo ist Andorra?”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Max Frisch aufgefrischt
Gelungene Eigenproduktion

(jufi). Max Frisch schuf viele Modelle, eines davon ist “Andorra”, jener fiktive Ort, an dem der Antisemitismus sich seine Juden selber schafft. Im Rahmen der Augsburger Literaturtage brachte jetzt die Theaterwerkstatt der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS) eine bemerkenswerte Eigenproduktion unter dem Titel “Wo ist Andorra” frei nach Frisch auf die Bühne. Das Ensemble glaubt, Andorra gefunden zu haben: den Ort für Vorurteile, der jedem innewohnt.
Regisseur Werner Kruse ist es dabei gelungen, die Vorlage so zu bearbeiten, dass sie von Schülern spielbar ist und gleichzeitig einen Bezug zur Welt der Jugendlichen erhält. So wird aus Frischs Juden Andri Alian (Sebastian Eber), der nur deshalb anders ist, weil alle vermuten, dass er vom Volk der Peregrianer abstammt. Tatsächlich hat sein leiblicher Vater Alians Herkunft verschleiert. Als sich Alian in seine Schwester Maria (Alexandra Blabl) verliebt, fliegt der Schwindel auf. Doch weil alle Alian für einen Peregrianer hielten, muss er auch einer bleiben. Alian wird gedehmütigt. Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Wohlstands-Chauvinismus stellt das Ensemble an den Pranger. Einzig Juda (Martin Wißner) durchschaut den Mechanismus der Vorurteile: Seine zynischen Appelle an Gewissen und Moral verpuffen jedoch unverstanden. Zu den Klängen von “Lobe den Herren” (am Keyboard: Stefan Schnepp) wird Alian arroganter Ignoranz geopfert.

Kerstin a
Schuhe a Gruppe a
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Merk a

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“Bildung im 21. Jahrhundert” oder “PISA und andere Unglücksfälle”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Punk-Pauker und PISA-Problematik
RWS-Theaterwerkstatt zeigt aktuelles und amüsantes zur Bildungsmisere

(jufi). Alle reden von PISA und Bildungsnotstand - das Ensemble der Theaterwerkstatt an der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS) auch. Nicht immer ganz ernst gemeint, aber stets treffend hat Regisseur Werner Kruse ein aktuelles Programm geschrieben, in dem er den Bildungsstandort Deutschland auf die Schippe nimmt.
Unterstützt wurde die Theatergruppe der Schüler durch die Lehrer Katja Wall, Herbert Knaus, Manfred Brill und Kerstin Becker, die im Stil der TV-Polit-Talkshows eine ahnungslose Expertenrunde mimten. In köstlichen Spielszenen beleuchtete die Theaterwerkstatt die Defizite im Bildungssystem mit clownesker Schonungslosigkeit. Lachsalven erntete Werner Kruse als Punk-Pauker zum Stichwort “Anpassung der Lehrer an die Lebenswirklichkeit der Schüler”. Kaugummi kauend, megacool und lässig in krassen Klamotten hing er am Pult, während seine Schüler geschniegelt und gebügelt mehr wussten als der sogenannte Pädagoge. Im Zuge der Sparmaßnahmen karikierte die Truppe neue Wege des Schulsponsorings durch Industrie und Handel. Werbeblöcke im Unterricht machen es zwar unmöglich, eine Ex zu schreiben, vermitteln aber fundiertes Wissen über die Markt führenden Anbieter weißer Schulkreide.
Urkomisch auch die Schlussnummer mit Martin Wißner als lebender Kartenständer.

Bilder sind leider keine vorhanden.

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“Die Gebrüder Moor”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine am Dienstag, 18. Februar 2003 zu dem Stück.

Eine “schillernde” Eigenproduktion
Theater der Reischleschen Wirtschaftsschule mit Motiven frei nach “Die Räuber”

(jufi). Eine “schillernde” Inszenierung bietet die Theatergruppe der Reischleschen Wirtschaftsschule mit der Eigenproduktion “Die Gebrüder Moor” frei nach Schillers Räubern. Weniger Schießen, Sengen und Brennen als Familienleid - so hat Regisseur Werner Kruse “Die Räuber” in neue, jugend- und zeitgerechte Szenen geformt, in denen seine Akteure glänzen.
Viel Beifall gab es bei der Premiere vor ausverkauftem Haus für eine einfallsreiche und spritzige Seelenschau der zwei ungleichen Brüder - beide pointiert und überzeugend dargestellt von Martin Wißner. Hier der anarchistische Karl, ein selbstverliebter Weltverbesserer, der politische und amouröse Niederlagen zu suchen scheint. Dort der chauvinistische, eifersüchtelnde Franz, der dem Mammon fröhnt und cholerisch einen Rotkohl meuchelt. Zwei Brüder also, wie sie seit Schiller nicht unterschiedlicher sein könnten. Auf der Strecke bleiben im Dunstkreis dieser naiven wie unheilvollen Kämpfer um Liebe und Anerkennung jene, von denen die Brüder das Gesuchte erhalten aber nicht annehmen können: Regina (Tatjana Dumler), die vergeblich liebt, Ruth (Alexandra Blabl), die vergeblich wartet, Lea (Lydia Jungbauer), die vergeblich schmeichelt, und Paul (Stefan Mühler), der vergebliche Mitläufer. Kurzum skizziert das Stück eindrucksvoll das tragische Scheitern einer Familie zwischen Intrigen, Missverständnissen und Unausgesprochenem.
Im Rahmen des Literaturprojekts bietet die Truppe einen eingängigen Schiller, der die Hemmschwelle vor dem Klassiker herabsetzt - die Anregung zum Lesen der “Räuber” inbegriffen. Ein Kompliment verdienen zudem die Bühnentechnik (Florian Richter) und das einfache aber wirkungsvolle Bühnenbild.

a Beil
a Sehen
a Kissen a Massage a Lea a Pistole
a Karl
a Regina
a Tanz
a Tritt 1

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“Der gute Mensch”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Auf der Suche nach dem guten Menschen
Schüler der Reischleschen spielen Brecht im Viererpack

(anru). Voll auf ihre Kosten kamen Brecht-Fans in der Reischleschen Wirtschaftsschule. Dort machten sich 16 Schüler und Schülerinnen der Theaterwerkstatt in bester Brecht-Manier auf die Suche nach einem guten Menschen. Wer sich mit Brecht auskennt, weiß aber: “Der gute Mensch” stammt nicht aus seiner Feder.
Wie man bald feststellen konnte, hatte hier jemand mehrere Stücke des Dichters geschickt ineinander verwoben und so ein neues Stück geschaffen. Dieser Jemand war Werner Kruse, der seit acht Jahren die Theaterwerkstatt leitet. So begaben sich also die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler auf die Suche nach dem guten Menschen. So klein die Bühne war, so groß war das, was sich auf ihr abspielte - die schauspielerische Leistung ebenso wie die altbekannt-neugeschaffenen Figuren aus “Der gute Mensch von Sezuan”, “Die heilige Johanna der Schlachthöfen”, “Der Kreidekreis” und aus den Keuner-Geschichten, die hier zusammenspielten; der Gesang von “Johanna” und “Shen Te” genauso wie das Klavierspiel des “Kaiba”. Und ganz groß waren die Götter, die im Auftrag ihres “Chefs” unterwegs waren, wenigstens einen guten Menschen zu finden.

Enttäuschte Götter
Welche Enttäuschung für die Götter, wenn der Schmied, der alle fünf Minuten seine Hände scheinbar Gott preisend gen Himmel hebt, sich als über die Sonne fluchender Arbeiter herausstellt - und welch ein Spaß für die Zuschauer. Dieser Theateraufführung ist es gelungen, dass jeder sowohl den Humor als auch den Tiefsinn in Brechts Werken begreifen kann, ohne dafür eingefleischter Theatergänger oder studierter Germanist sein zu müssen.
Aber nicht nur Spaß und Humor waren geboten: Über was man gerade noch gelacht hatte, machte im nächsten Moment nachdenklich. Nachdenklich über die Menschen, über sich selbst und über die Götter. “Mensch, du hast zwei Seelen in deiner Brust”, hieß es da. Kann es den guten Menschen also überhaupt geben? Solche Fragen sind zeitlos.
Dass es in den hier zusammengeflochtenen Brecht-Stücken um zeitlose Themen geht, merkte man spätestens bei Shen Tes Gesang, der den Zuschauer an die derzeitige Weltpolitik denken ließ: “Warum haben die Götter nicht Kanonen, die Bösen zu fällen, die Guten zu schonen ...” Ja, dafür müssten die Götter (oder die, die sich dafür halten) die Guten erst mal finden ...

a wang
a arbeiter a elefantensong a enthuellung
a grusche
a Johanna
a sw huete

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“Die große Nase”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Bühnenreife Politik
RWS-Theaterwerkstatt führt “Die große Nase” auf

(mku). Jugendnah präsentiert sich die Theaterwerkstatt der Reischleschen Wirtschaftsschule bei der Premiere ihres Stücks “Die große Nase” im Rahmen des Augsburger Schultheaterfestivals. Es ist eine Politsatire der “anderen Art” und beweist, dass politische Themen auch für Jugendliche nicht langweilig sein müssen.
An die 80 Stunden Probenarbeit waren nötig, um das Stück auf die Bühne zu bringen. “Das Engagement der Schüler ist bemerkenswert”, sagt Werner Kruse, Leiter der Theatergruppe und Autor des Stücks. Kruse und seine Truppe fühlen mit der Aufführung dem deutschen Lebensgefühl auf den Zahn - und das in einer Aufmachung, die auch für die 14- bis 15-jährigen Schauspieler nicht langweilig wird.
“Mich langsam in eine Rolle hineinzuspielen hat Spaß gemacht”, sagt Alexander Merk, der seit drei Jahren Mitglied der RWS-Theaterwerkstatt ist und bei dieser Aufführung in die Rolle der “Opposition” geschlüpft ist. Auch Leif Eric Young, der die “große Nase” spielt, war mit Eifer dabei: “Choreografisch improvisieren wir immer dazu. Das ist witzig.”
Kaum verwunderlich also, dass auch bei der Aufführung vom Publikum viel gelacht wurde. Selbstverständlich jedoch ist das nicht, ist das Stück doch von ernstem Inhalt: Vom Kampf um die “blühenden Landschaften” ist da die Rede, die am Ende nach Truth von Calvin Klein, Sun-Flowers von Elisabeth Arden, Mystery von Naomi Campbell, Venezia von Laura Biagiotto und nach Chanel No. 5 duften.
Geistreich und witzig gehen Autor und Schauspieler den Schwachpunkten politischer Alltagswirklichkeit nach, ohne den moralischen Zeigefinger zu heben, “Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor”, lassen sie den Regierenden “Die große Nase” nach faustscher Manier deklamieren. Und auch die “Opposition” schafft nicht unbedingt Abhilfe im Wirrwarr aus übersteigerter Erwartung und nicht eingehaltenen Versprechungen.

a Besprechung 1
a Einzug 1 a Wagen 2
a Müll
a Sprühen 2
a Politiker 3

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“Der verhexte Ort”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Iwan hebt seinen Schatz
Ein altes Märchen Gogols mit modernem Bezug

(juni). Feen und Hausgeister, der Kampf um einen Schatz und Träume, deren Erfüllung Überraschungen birgt. Und dabei die Integration russischer Aussiedler als Thema? Wie komplexe Inhalte märchenhaft umgesetzt werden können, zeigt das Stück “Der verhexte Ort” der Theaterwerkstatt in der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS). Heute ist Premiere.
“Ich wurde durch den deutsch-russischen Jugendwettbewerb der Stadt Augsburg inspiriert”, erklärt Werner Kruse, Leiter der Gruppe und Autor des Stücks. Mit viel Aufwand hat er das gleichnamige Märchen von Nikolaus W. Gogol ausgebaut und auf die Thematik und seine Gruppe zugeschnitten. Figuren und Motive anderer märchenhafter Stoffe wurden eingeflochten, ebenso Tanz und Musik als weitere Bedeutungsebene.
In der Geschichte wirde Iwan zur Symbolfigur für die Menschen, die aus Russland nach Deutschland kommen (möchten). Er ist zufrieden mit seinem Leben, bis er dazu verführt wird, einen Schatz zu heben, der aus allen seinen Träumen besteht: Macht, Reichtum und die Verwöhnung der Sinne. Als er den Schatz gehoben hat, ist plötzlich alles ganz anders als in seiner Vorstellung. Iwan kommt mit der neuen Welt nicht zurecht und zieht sich zurück. Am Ende möchte er sich allerdings nicht damit zufrieden geben und streckt die Hand aus.
Eine symbolische Geste: Für Kruse ist Liebe, aufeinander zugehen und die Gemeinsamkeiten aufbauen der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration von Aussiedlern. Viel Stoff zum Nachdenken in einer unterhaltsamen Verpackung.
Einen gemütlichen, intimen Rahmen für die Aufführung bietet der gut ausgestattete Theaterraum der Schule. Eine Bretterbühne mit mehreren Ebenen, ein kleiner Zuschauerraum und eine Lichtanlage sorgen schon bei den Proben für die entsprechende Theaterluft. Und davon lassen sich sicher nicht nur die Schüler begeistern.

a Abschied a MarkEmilie
a HexenFee
a Zusatz 4
a Geist 1
a Waldgeister
a GiuliaLydia

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“Was man hat, hat man!”

Das schrieb die Augsburger Allgemeine zu dem Stück.

Mit Brecht in der Theaterküche
Eigenproduktion der Reischleschen Wirtschaftsschule im Rahmen des Literaturfestes

(juni). “Man nehme einen Teil Shakespeare, einen Teil Voltaire und einen Teil Kleist, mische es und füge noch eine Prise eigene Gedanken hinzu.” So lautet das Rezept der Theaterwerkstatt der Reischleschen Wirtschaftsschule für ihr neues Stück “Was man hat, hat man”. Wie Bertolt Brecht mit seinen “Die Rundköpfe und die Spitzköpfe” hat der Leiter Werner Kruse mit den Schülern eine eigene, spannende Mischung dreier klassischer Werke erarbeitet, die zum Literatufest des Kulturbüros gehört.
Tage und Jahreszeiten vergehen mit essen, trinken, lieben und schlafen, nichts passiert, aber alle sind zufrieden - denn “was man hat, hat man”. Mit jedem Satz füllt sich die Bühne mit Jugendlichen, alltäglich mit Jeans und Pulli bekleidet, die gleichgültig nach vorne starren. Da spaziert ein Mann in die Menge und reißt die Menschen mit der Ankündigung eines Spiels aus der Lethargie - doch niemand weiß, was ihnen bevorsteht.
Der Mann verwandelt sich in Kaliba, der einem König helfen möchte, Bewegung in die eigentlich rundum zufriedenen Menschen seines Staates zu bringen. Dieser König ist eine schillernde Figur: In einem Einkaufswagen sitzend, bringt er seine Hofnärrin und Beraterin durch seinen falschen Gesang regelmäßig zur Verzweifelung. Im nächsten Moment philosophiert er über sein Volk, trifft Entscheidungen mit großer Tragweite und zeigt sich am Ende weiser als Kaliba. Bei diesen Figuren hat Kruse, Brecht folgend, Anleihen bei William Shakespears “Maß für Maß” genommen. Kaliba entpuppt sich als am wechselhaftesten. Überzeugend dargestellt von Leif Young, weckt er durch gnadenlos ausgespielte Macht und Erniedrigungen zunächst Ablehnung, um später mit nachvollziehbaren moralischen Wunschvorstellungen Verständnis und Mitgefühl auszulösen. Weltfremde Forderungen machen ihn ebenso rasch zu einer lächerlichen Figur. Des weiteren verwandelt er sich regelmäßig in einen Pianisten, der seine Mitspieler bei überzeugend über die Bühne gebrachten Gesangseinlagen professionell begleitet.

“Nur was man hat, hat man”
Bei dem inszenierten Spiel geht es um Macht: Die Beteiligten werden in Arm und Reich, Gut und Böse, Herrscher und Beherrschte eingeteilt. Im Blickfeld stehen Machtmissbrauch sowie Erpressbarkeit. Doch wie zu Beginn des Stückes verdeutlicht, ist ohne Essen und Trinken keine Moral möglich. Denn nur “was man hat, hat man”.
Kunstvoll werden philosophische Elemente aus Voltaires “Jean Callas” und Heinrich Kleists “Michael Kohlhaas” in das Stück eingeflochten. Die Übergänge erscheinen nahtlos und natürlich, manchmal wie ein Stück im Stück. Die Schauspieler verkörpern ihre Rollen mit Glaubwürdigkeit, es ist ein Genuss, ihnen bei der Inszenierung zuzusehen.

a Klavier
a song2
a könig 3
a puff 2
a urteil 1
a karten 5
a gefängnis 4
a gericht 3

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“Das Haus gegenüber” von Georg Ihmann

Die erste Inszenierung unter neuer Leitung.

Ravel: Bolero! Mit den letzten Takten erklettert Jürgen ein Gerüst: “Nein! Ich zeig dir, was ich alles kann!”
Das Spiel beginnt. Überzogene Elternerwartungen, der Überdruck in seiner Lebenslage treiben Jürgen zu dem Schritt, seinem Vater zu zeigen, dass er kein Versager ist - auch wenn er damit sein Leben beenden muss.
In kurzen Szenen wird Rückschau gehalten, gezeigt, welche Auswirkungen Verständnislosigkeit, übersteigerte Erwartungen und ungerechte Schuldzuweisungen auf die Familie und auf den Einzelnen haben.
Es gibt ein “happy end”, nachdem Unausgesprochenes ausgesprochen war.

Mit diesem Stück nahm die Theatergruppe zum ersten Mal an dem Augsburger Schultheaterfestival teil.

Große Enttäuschung: fünf Zuschauer wollten das Stück beim Festival sehen.
Große Freude: jufi schrieb in der Augsburger Allgemeinen: Ein neuer Stern ist am Schultheaterhimmel aufgegangen.

Hier sind leider keine Fotos im Archiv.

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“Alles was Brecht ist” oder “Was nicht alles in den Schulbüchern steht”

Der Theaterraum verwandelt sich in ein Bistro.
Die Speise- und Getränkekarte: Butterbrezen und Knoblauchbaguette, alkoholfreie Getränke aber auch diverse Weine und Sekt.

Die Augsburger Allgemeine schrieb am 22. November 1997:

Brecht vom Sockel geholt
Matinee in der Reischleschen

(jufi). Brecht zum zweiten Frühstück serviert in bekömmlichen Häppchen die Theaterwerkstatt der Reischleschen Wirtschaftsschule (RWS). Gemeinsam mit Lehrer Werner Kruse holen die Mädchen und Buben der siebten bis zehnten Klassen den “Dichter” vom Sockel, um ihn lebendig werden zu lassen in dramatischen Szenen, epischen und poetischen Texten.
“Brecht ist nicht tot, solange seine Texte gelesen und seine Stücke gespielt werden”, erklärt Romy Gläser in einem gespielten Dialog mit Bert Brecht (Sebastian Wagner). Brecht Schülern von heute näher zu bringen, sei das Ziel dieser Matinee, so Lehrer Kruse. Entlanggehangelt an biographischen Daten zeigt die Theatergruppe Brecht als Moralisten, Pazifisten, Romantiker, Parodisten und Belehrer. Ein kleiner Kaukasischer Kreidekreis, eine Seeräuber-Jenny oder das Weil-Lied von Mackie-Messer geben revuehaft einen Einblick in das, “was nicht alles in den Schulbüchern steht”, denn so lautet der Untertitel dieser unterhaltsamen Brecht-Show.
Alle Mitwirkenden überzeugten bei der Premiere mit selbstbewussten und gut erarbeiteten Auftritten.

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“Franz Kafka - eine szenische Collage”

Auszug aus dem Flyer:

Unterrichtsthema „Franz Kafka“!
Der Deutschlehrer schwelgt, die Schüler verzweifeln!
Also, im Unterricht kaum machbar!
Die RWS-Theaterwerkstatt versuchte dennoch, sich Kafka zu nähern, in dem sie seine Texte aufnahm, interpretierte und ins Spiel umsetzte, so dass ein nicht nur für Schüler verständliches Bild entstand, das auch in der heutigen Zeit noch Gültigkeit hat.
Es entstand eine Collage mit Auszügen aus Kafkas Tagebüchern, den Erzählungen „Die Heimkehr“, „Ein Bericht für eine Akademie“, „Das Urteil“ und einer Passage aus Kafkas Roman „Der Prozess“.

Am Freitag , 26. Februar 1999 war Premiere.

Auszüge aus den Tagebüchern brachte Sebastian Wagner (9 HE) dem Publikum nahe, der in der Rolle Kafkas dessen Leben eindrucksvoll nachvollzog und hervorragend die einzelnen Bilder der Collage miteinander verband. Den Satz “die Katze lauert auf dem Treppengeländer” ließ Jessica Arloth (9 HC) geflissentlich aus (warum auch immer) als sie die Erzählung “Die Heimkehr” dem Publikum exzellent präsentierte. Dass Freiheit nur mit der Aufgabe von Freiheit erkauft werden kann, zeigte Nicole Faulhaber (9 HD), die die Rolle des Rotpeters aus der Erzählung “Ein Bericht für die Akademie” überzeugend darstellte. Hilfestellung leisteten Rotpeter, die äffische Natur zu überwinden und die nicht minder äffische Natur des Menschen anzunehmen, die Matrosen und die Lehrer, die mit dem von Rotpeter geforderten Synchronunterricht viel Applaus ernteten. Damit Rotpeter doch immer wieder in die für die Umwelt verborgene äffische Natur verfallen kann, hält er/sie sich einen halbwilden Affen (Christina Späth), der nur die Aufgabe hat, Rotpeter zu lausen und zu liebkosen. Dass sich aufgrund der Erziehung in manchen Fällen nur ein scheinbares Selbstbewusstsein aufbauen kann, die Dominanz der erziehenden Person aber ungebrochen bleibt, stellte die szenische Umsetzung der Erzählung “Das Urteil” unter Beweis. Ein Auszug aus dem Roman “Der Prozess” bildete den Abschluss der szenischen Collage. Stefanie Otto (9 HE) als Kunstmaler Titorelli, machte K., gespielt von Marcela Rigl (9 BG), klar, dass kein weltliches Gericht, sondern nur ein Gnadenakt des allerhöchsten Gerichts einen Freispruch aussprechen kann.

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“Liebe und Anderes”

Auszug aus dem Flyer:

Die erste Liebe.
Gibt es etwas Schöneres? Auf rosaroten Wolken schweben, unbändiges Herzklopfen, nur an die denken, die man liebt. Fragen tun sich auf: Kann man durch einen Kuss ein Baby bekommen? Bin ich schön, schlank genug, um geliebt zu werden? Was wird mit mir, wenn ich nicht mehr geliebt werde?

Doch was ist das Andere?
Der Widerstreit der Gefühle - Fußball spielen, ein Floß bauen ist vielleicht doch interessanter, als mit einem Mädchen die Zeit zu verbringen - verunsichern. Das Erwachsenwerden ist schwer: Trägt ein angeklebter Bart, eine Zigarette oder auch Alkohol dazu bei, erwachsen zu erscheinen? Was macht das Erwachsen sein eigentlich aus?

Fragen über Fragen, die auf die jungen Menschen einströmen. Wir, das Ensemble der RWS-Theaterwerkstatt, haben diese Fragen aufgenommen. Ob wir aber auch die universellen Antworten auf diese Fragen haben - unser kleines Stück “Liebe und Anderes” wird es zeigen.

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“Pentaramm” - “Colloquium in utero”

Die Augsburger Allgemeine schrieb am 19. Juli 2005:

Fünflinge diskutieren im Mutterleib
Gruppe der Reischleschen Wirtschaftsschule eröffnet 9. Schultheaterfestival

(gek). Neun Monate haben sie sich eingemietet im Bauch ihrer Mutter: Fünflinge, vier Schwestern und ein Bruder, räsonieren im Theaterstück “Pentagramm oder Colloquium in Utero” darüber, was sie lebenstauglich macht. Mit dieser Premiere, dargeboten von der Theatergruppe der Reischleschen Wirtschaftsschule, startete das neunte Augsburger Schultheaterfestival im abraxas.
Unbefangen bringen die Schüler in ihrem Stück ein ernstes Thema auf die Bühne: die Abtreibung. So findet sich der Zuschauer im schwummerigen Licht eines Mutterleibes wieder. Hinter luftigen Schlafsäcken, die von der Decke hängen, erwachen die fünf Menschen in Gestalt von Jugendlichen. “Was macht uns lebenstauglich?” fragen sie und schmieden Pläne für die Zeit, nachdem die “Mietdauer” abgelaufen ist. Der Blick wendet sich auch nach außen - hin zur Mutter dieser Kinder. “Wir hatten eine schöne Zeit. Mehr war da nicht!” wirft ihr der Kindsvater an den Kopf, bietet ihr Geld für die Abtreibung und macht sich aus dem Staub.

Viel Witz
Diese Inszenierung nach einer Idee von Werner Kruse, der an der Schule die Theatergruppe leitet, besticht durch ihre Leichtigkeit und ihren Witz. Dadur h gewinnt sie umso mehr Tiefe. Da wird im Mutterleib geliebt und gezankt, Mensch-ärgere-Dich-nicht gespielt und geträumt Und es formen sich schon die unterschiedlichsten Lebenslinien heraus, die jeder nach seinen Begabungen einschlagen wird.
Authentisch gelingt es den jungen Spielern, die verschiedenen Typen in ihrer Liebenswürdigkeit darzustellen - den Bruder, der gerne alles besser weiß, oder die Schwester, deren Lieblingsbeschäftigung das Schminken ist. Eine Freude ist es auch, den dazwischen gestreuten philosophischen Ausführungen zu lauschen, oder so ganz nebenbei zu erfahren, wie eine Ultraschallaufnahme gemacht wird. Ein gelungener Auftakt.

Anmerkung:
Diese Inszenierung erhielt den ersten Preis der Fachjury des Augsburger Schultheaterfestivals.

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